Eine Kleine Sammlung verschiedener Argumente gegen Internet Stoppschilder:
(nur die die mir in Artikeln über den weg laufen.
Sobald mir weitere Argumente über den weg Laufen werde ich hier Entsprechend Aktualisieren.)
- Der Großteil aller kinderpornografischen Inhalte, die weltweit vertrieben, getauscht, angesehen werden, stammt nicht von frei verfügbaren Websites. Pädophile bedienen sich in der Regel anderer, weniger offensichtlicher Kanäle: Peer-to-Peer-Netzwerke, Chatrooms, geschlossene Foren. Oder sie nutzen den Postweg. Man hat es hier mit organisierter Kriminalität zu tun. Der wird man nur Herr, wenn man sie mit polizeilichen Methoden bekämpft: Observation, Infiltration, Razzien. Dazu braucht man vor allem Ressourcen, Beamte, Zeit. Und den Willen, all das zu finanzieren.
- Der Fokus liegt falsch. Es ist durchaus möglich, illegale Inhalte sehr schnell aus dem Netz zu tilgen. Das belegt eine erstaunlicherweise unter Politkern immer noch weitgehend unbekannte Studie der Universität in Cambridge. Die Analyse zeigte, dass gemeldete Phishing-Seiten, die Bankdaten ausspähen sollten, im Schnitt nach wenigen Stunden aus dem Netz verschwinden. Seiten mit Kinderpornografie standen dagegen oft noch einen Monat nach der Meldung im Netz. Das Löschtempo hänge “von den Anreizen für Organisationen ab, dafür angemessene Ressourcen zur Verfügung zu stellen”, schlussfolgerten die Autoren.
- Die wenigen Kinderpornografie-Websites, die es tatsächlich gibt, werden überwiegend nicht auf Servern in irgendwelchen obskuren osteuropäischen oder zentralafrikanischen Staaten vorgehalten – sondern im Westen, vor allem in den USA. Das ergaben übrigens auch Recherchen des Bundeskriminalamts. Dort stehen besonders viele Web-Server, auf denen sich relativ einfach Platz anmieten lässt. Dass ausgerechnet die USA sich nun weigern sollten, Kinderporno-Anbieter zur sofortigen Löschung von Seiten zu zwingen, erscheint mehr als unwahrscheinlich. Dazu aber bräuchte man internationale Mechanismen, Abkommen – ein bilaterales mit den USA auszuhandeln, wäre ein Erfolg, mit dem sich jede Bundesregierung schmücken könnte.
- Dass das Sperren von Kinderpornografie-Websites “Zensur” sei, behaupten auch die Gegner der Blockade nicht. Sie befürchten nur, dass die Infrastruktur, die dafür errichtet wird, auch für andere Zwecke eingesetzt werden könnte. Beispiele dafür liefert gerade die australische Regierung. Sie will nicht nur Kinderpornografie sperren mit einer neu zu schaffenden Infrastruktur, sondern alle möglichen Dinge, die in Australien keine Jugendfreigabe bekommen. Dazu zählen Glücksspielseiten und solche mit “Anleitungen zu Kriminalität oder Drogenkonsum”. Dass es ähnliche Begehrlichkeiten auch in Deutschland gibt, hat die Debatte im vergangenen Jahr mehrfach deutlich gezeigt.
- Den Sperren-Kritikern hierzulande ging nicht zuletzt eins gegen den Strich: Das Bundeskriminalamt sollte zum obersten Kontrolleur des Mediums Internet gemacht werden. Dass aber eine Polizeibehörde aufgrund geheimer Sperrlisten über Wohl und Wehe von medialen Inhalten entscheidet, verstößt gegen elementare Prinzipien von demokratischer Kontrolle und Gewaltenteilung.
- Das entscheidende Argument aber ist: Web-Sperren bringen einfach nichts. Menschen, die bereit sind, sich derart abartige Inhalte auf den Rechner zu holen – was entgegen vielfach wiederholter Behauptungen nicht eben mal mit zwei Klicks oder gar aus Versehen passiert – sind auch in der Lage, sich bei YouTube oder anderswo eine Kurzanleitung zu besorgen, mit der man Web-Sperren sehr leicht umgehen kann.
- Und schließlich: Nützlich sind die Sperren für die Betreiber der Seiten selbst. Sie teilen den Kriminellen nämlich mit, dass man ihnen auf der Spur ist. Es ist, als stellte man einem Heroindealer erst mal ein Verbotschild vor die Tür, bevor man die Polizei vorbeischickt.
Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,686562,00.html
Interessanter Artikel
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In der Politik allerdings haben Placebos nichts verloren. Hier reicht es nicht aus, fest an die Wirksamkeit eines Gesetzes zu glauben, in der Hoffnung, dass sich – Schwups – schon irgendwie ein positiver Effekt einstellen wird. Im Gegenteil: Placebo-Effekte sind in der Gesetzgebung gefährlich, da sie die Gesellschaft in eine Scheinsicherheit wiegen und sie so davon abhalten, die wahren Ursachen eines Problems anzugehen. Internet-Sperren gegen kinderpornografische Webseiten gehören in diese Kategorie der gefährlichen Placebos.
Quelle: http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/03/gegen-placebo-gesetze-warum-ne.html
Der ganze Artikel ist auch empfehlenswert
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http://www.netzpolitik.org/2010/csu-innenexperte-uhl-loeschen-ist-keine-loesung/



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